Aktive Kooperation zwischen der Fachgruppe Planen und Bauen und der nationalen Initiative Neue Qualität der Arbeit in der Bauwirtschaft - INQA-Bauen

Die Fachgruppe »Planen und Bauen« im Bundesverband Mediation bringt ihr Spezialwissen in die Weiterentwicklung und Umsetzung des unter der nationalen Initiative Neue Qualität der Arbeit in der Bauwirtschaft (INQA-Bauen) entstandene Referenzinstrument »Kommunikation & Kooperation« aller am Bau Beteiligten (KOMKO-Bauen) ein. INQA-Bauen ist in den Leitbildprozess der Bauwirtschaft der Bundesregierung eingebunden und hat sich in den Workshops entsprechend eingebracht, bei denen auch Frau Claus als Mitglied der Fachgruppe »Planen und Bauen« teilgenommen hatte (www.inqa-bauen.de).

Wer ist INQA-Bauen?

INQA-Bauen ist eine nationale Initiative aller PartnerInnen der Bauwirtschaft. PartnerInnen von INQA-Bauen sind Sozialpartner, Bauherrenverbände, Fachverbände, Bund, Länder und Unternehmen wie zum Beispiel:

  • Zentralverband Deutsches Baugewerbe e. V.
  • Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
  • IG Bauen-Agrar-Umwelt
  • Bundesingenieurkammer
  • Bundesarchitektenkammer e. V.
  • Bauherrenschutzbund e.V.
  • Verband Privater Bauherren e.V.
  • Verband Wohneigentum e.V.
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)
  • Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)
  • Deutsches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBG)
  • Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt
  • Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (IRB)
  • Initiative Bauen mit Innungs-Qualität des Landesverbandes Bayerischer Bauinnungen
  • Fachbetrieb Ausbau - Kooperationsnetzwerk von sieben Landesinnungsverbänden in Baden-Württemberg
  • Hessendach - Qualitätsprodukt der Landesinnung der Dachdecker in Hessen
  • RG Bau im RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V.
  • Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e. V.
  • Verband der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren Deutschlands e. V.

sowie rund 60 weitere Organisationen, DienstleisterInnen und Unternehmen.

Was ist KOMKO-Bauen?

Das Referenzinstrument KOMKO-bauen richtet sich in erster Linie an PlanerInnen, KoordinatorInnen und Bauunternehmen. KOMKO-bauen hat zum Ziel, den Kommunikations- und Kooperationsprozess möglichst effektiv und effizient zu gestalten. Die Potenziale und Fähigkeiten aller Beteiligten sollten rechtzeitig immer dann einbezogen werden, wenn es nützlich ist. Durch einen kooperativen Kommunikationsstil und gute Kooperation zwischen PlanerInnen, Steuernden und Ausführenden sollen aufziehende Probleme im Vorfeld gelöst werden, anstatt aufgetretene Probleme als Nachträge zu verhandeln. Gleichzeitig soll die Kooperation und Kommunikation der Bauunternehmen untereinander verbessert werden. Zur Umsetzung dieser Ziele stellt KOMKO-bauen konkrete Orientierungs- und Analyse-Hilfen zur Verfügung (www.KOMKO-bauen.de)

Die Fachgruppe Planen und Bauen bringt sich derzeit in einer Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung und Umsetzung dieser konkreten Orientierungs- und Analysehilfen aktiv ein. Sie trägt damit einen wesentlichen Teil dazu bei, dass künftig Konfliktpotenziale frühzeitig erkannt und von den Beteiligten gelöst werden können, bevor sie sich verhärten.  Baubegleitende Mediation ist ein Werkzeug dazu:

Am 24. März 2009 wurde von Herrn Minister Tiefensee das Leitbild Bau der Öffentlichkeit vorgestellt (www.bmvbs.de/Bauwesen-,1406.1017612/Leitbild-Bauwirtschaft.htm)

Zu dessen Realisierung wurden 6 Leitlinien definiert, von denen 2 einen direkten Zusammenhang mit unserer Arbeit als MediatorInnen haben:

  • Kundenorientierung, Partnerschaft und Fairness sind die Grundlage der Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette.
  • Legalität und Wertemanagement sind Voraussetzung für fairen Wettbewerb, Arbeitsplatzsicherheit und nachhaltigem Geschäftserfolg.

 

Ein Auszug aus dem Artikel zum Deutschen Bautechnik-Tag vom 22.-24.April 2009, abgedruckt in der Zeitschrift »BauPortal 6/2009« der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zum Schwerpunktthema Partnerschaft:

  • «¦ »Wegen häufig auftretender Probleme im Verhältnis zwischen Bauherrn, Planern und Unternehmen sowie zwischen letzteren und den Nachunternehmen, liegt es nahe zu fragen, inwieweit oft überhaupt noch eine Partnerschaft in der Wertschöpfungskette Bau besteht. Problemursachen sind meist nicht rechtzeitig geklärte Schnittstellenfragen sowie eine konfliktorientierte Vertragsgestaltung an Stelle einer Ausrichtung auf gemeinsam definierte Projektziele. Dies verursacht unnötige Mehrkosten, Terminverzögerungen und unbefriedigende qualitative Ergebnisse. Im harten Wettbewerb machen sich anstatt einer Verbesserung der Kooperation die Auseinandersetzung und der Überlebenskampf der Unternehmen breit.
  • Eine gemeinsame Orientierung von Bauherren, Planern und den beteiligten Unternehmen, ausgerichtet auf den Erfolg des Bauprojektes, blieb dabei oft auf der Strecke. Der hohe Kostendruck wurde von oben nach unten an alle Partner in der Wertschöpfungskette Bau weitergegeben. Unfaire Vertragsgestaltungen führten dann zu Auseinandersetzungen, bei denen juristische Gesichtspunkte im Vordergrund standen und die Bauausführung erst nachrangig war.
  • Die Zukunft des Bauens liegt daher gerade in der Verbesserung, ja in der Optimierung der Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette. Dadurch sind erhebliche Potenziale zu heben, mit denen Kosten gesenkt und die Qualität des Produktes »Bauwerk« verbessert werden können.« «¦

Und genau hier bietet wiederum KOMKO-Bauen umsetzbare Hilfestellungen für alle Beteiligten an. Womit sich auch der Kreis zur Partnerschaft zwischen INQA-Bauen und der Fachgruppe Planen und Bauen wieder schließt, wie im vorgenannten Artikel unter der Zusammenfassung an zwei Punkten ausgeführt wird:

«¦ »Ziel des Leitbildprozesses ist es, das Image der Baubranche in der Öffentlichkeit zu verbessern. Dazu gehören folgende Hauptthemen:

  • Abkehr von konfliktbelasteten Vertragsformen und Hinwendung zu einem partnerschaftlichen Miteinander.
  • Intensivierung der Qualitätsoffensive durch Einbeziehung aller am Baugeschehen Beteiligten, die Präqualifikation ist ein Bestandteil, neue Partnerschaftsmodelle verfolgen das gleiche Ziel,....
  • die Baubranche muss insgesamt ihre Verhaltensweise untereinander und im Verhältnis zu den Auftraggebern überprüfen, Mediation sollte vor gerichtlichen Auseinandersetzungen stehen.« ...

Den Gesamtartikel »Deutscher Bautechnik-Tag 2009« aus der Zeitschrift BauPortal 6/2009 können Sie hier herunterladen.  

Der Tagungsband des Deutschen Bautechnik-Tages kann beim DBV angefordert werden: Dr.-Ing. Klaus Goldammer, goldammer@betonverein.de